Erklärung der Kultusministerkonferenz der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) zur Qualitätssicherung des Sportunterrichts im Primarbereich, Beschluss vom 16.04.2009

Bewegung, Spiel und Sport sind elementare und unverzichtbare Bestandteile einer ganzheitlichen kindlichen Entwicklung. Sie können in vielfältiger Weise die sprachliche, körperliche, emotionale und intellektuelle Entwicklung positiv beeinflussen; sie fördern gleichermaßen die motorischen wie auch die kognitiven und sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Damit können sie einen bedeutsamen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen leisten. Bewegung, Spiel und Sport eröffnen Chancen für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft, die es zu nutzen gilt.

I.

Um dessen hohe Qualität zu sichern, soll der Sportunterricht gerade in dem für die kindliche Entwicklung besonders bedeutsamen Primarbereich – im Rahmen der länderspezifischen Regelungen für die Lehrerausbildung – von qualifizierten Lehrkräften unterrichtet werden. Zudem sind vielfältige Anstrengungen erforderlich, um Lehrkräfte, die in der Primarstufe das Fach Sport unterrichten, umfassend und auf der Höhe der Zeit fortzubilden.

Von daher soll bei der Ausgestaltung des Beschlusses „Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung“ der 323. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz vom 16./17. Oktober 2008 sichergestellt werden, dass in der Primarstufe Lehrkräfte eingesetzt sind, deren Studium neben dem integrativen, bereichsübergreifenden Studienfach Grundschulbildung auch ein lehramtsbezogenes Fachstudium in Sport umfasst, so dass im Ergebnis die Bedeutung primarstufenorientierter sportwissenschaftlicher und sportdidaktischer Inhalte auch an den Hochschulen gestärkt und diese – im Rahmen länderspezifischer Vorgaben – womöglich ausgebaut werden.

II.

Die besonderen Gestaltungsmöglichkeiten an Grundschulen mit Ganztagsangeboten sollen genutzt werden, um ein tägliches Angebot von Bewegung, Spiel und Sport (als Sportunterricht oder als systematische Bewegungseinheit) zur Regel werden zu lassen.

Denn Bewegung, Spiel und Sport können gerade im Kindesalter wichtige Ressourcen für ein gesundes Leben schaffen und sich positiv nicht nur auf Schulleistungen, sondern auch auf die sozialen Beziehungen von Lehrenden und Lernenden auswirken.

III.

Zur Förderung des einzelnen Kindes halten wir es für wünschenswert, die motorischen Fertigkeiten von Kindern der Primarstufe zu erfassen. Ergänzend dazu sollen die Kooperation der Grund- und Förderschulen mit Sportvereinen - gemäß den länderspezifischen Vorgaben und Möglichkeiten - weiterentwickelt werden.

IV.

Grundlage dieser Erklärung sind die „Gemeinsamen Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz und des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Weiterentwicklung des Schulsports“, die im Jahr 2007 beschlossen und im Jahr 2008 mit den gemeinsamen Handlungsempfehlungen von KMK und DOSB zum Sport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung ergänzt wurden.